7 Schritte zu einem ökologischeren Kleiderschrank

Wann ist es passiert, dass "normal" nicht ökologisch und nicht fair bedeutet? Sollte Kleidung die auf Kosten unserer Umwelt und Arbeitern in Billiglohnländern hergestellt wird nicht viel eher abnormal sein als normal? Zwei Fragen, die ich mir während meiner Veränderungen zu einem immer grüneren Leben in den Sinn kamen. Zum Glück geht der Trend mit meinem Gefühl, ein nachhaltigerer Konsum von Kleidung wird immer populärer und liegt immer mehr im Trend. Und damit das auch so weiter geht, habe ich heute 7 Tipps beziehungsweise 7 Schritte zu einem ökologischeren Kleiderschrank für euch zusammengestellt!
Interessierst du dich für Eco & Fair Fashion? Dann habe ich noch mehr interessante Blogposts für dich: Wie alles begann - Mein Umstieg zur Eco & Fair Fashion, Second Hand Shopping in Hamburg - die besten Läden & Flohmärkte oder eine Rezension zu "Fashion Made Fair" von Ellen Köhrer & Magdalena Schaffrin. Alle Eco Fashion Posts findest du hier.


Kauf nur noch Kleidung die dir zu 100% gefällt

Eine der wichtigsten Regeln der Nachhaltigkeit: Reduce - Reduziere dein Konsumverhalten so weit wie möglich! Ich habe früher auch Dinge gekauft, die ich nicht zu 100% toll fand sondern vielleicht nur zu 80 oder noch weniger Prozent. Manchmal ging es sogar so weit, dass ich Kleidung gekauft habe, die danach in meinem Schrank versauerte und kein einziges mal getragen wurde. Das geht nicht nur ins Geld, sondern ist auch nicht gut für unsere Umwelt. Deswegen ist es wichtig so wenig wie möglich zu kaufen und zwar nur dann, wenn man etwas wirklich braucht und es auch wirklich gefällt.

Achte auf Qualität

Bevor ihr ein Kleidungsstück kauft, solltet ihr es euch auf jeden Fall gut unter die Lupe nehmen: ist das Material hochwertig? Ist das Kleidungsstück gut verarbeitet? Viele der Dinge in meinem Kleiderschrank sind bereits 5-6 Jahre alt - viel länger habe ich noch nicht die gleiche Kleidergröße - und sehen immer noch gut aus.
"Wer billig kauft kauft zwei mal" ist eine bekannte Regel: Qualität hat ihren Preis. Bei Second Hand passt dieses Motto nicht ganz, denn Second Hand kann man auch das ein oder andere qualitativ hochwertige Schnäppchen machen. Auch sollte man sich nicht von irgendwelchen Markennamen blenden lassen, denn hier bezahlt man oft für die Marke und nicht die Qualität. Wenn man diese beiden Punkte beachtet ist der Preis aber meiner Meinung nach doch ein ganz guter Indikator für Qualität - sehr billige Dinge können kaum qualitativ sein.

Unterstütze Eco & Fair Fashion Marken

Früher dachte ich, dass es relativ egal ist, was ich als Einzelperson mache und dass es kaum einen Einfluss auf die Gesamtheit hat. Inzwischen bin ich anderer Meinung: Wir Kunden haben viel mehr Macht als wir glauben, denn unsere Nachfrage bestimmt den Markt. Deswegen habe ich seit fast einem Jahr keinen Fast Fashion Laden mehr von innen gesehen und es gibt inzwischen zum Glück viele Eco & Fair Fashion Marken. Diese sind natürlich auch nicht perfekt, denn es ist wohl kaum möglich die Umwelt durch die Textilindustrie gar nicht zu belasten. Insofern sollte man so wenig wie möglich kaufen und wenn man doch etwas neues braucht auf Eco & Fair Fashion zurückgreifen. Denn so bestimmen wir den Markt und zeigen, dass ein ökologisches und faires Verhalten gegenüber den Arbeitern und unserer Umwelt wichtig ist.


Kauf Vintage & Second Hand

Eine weitere Regel der Nachhaltigkeit: Reuse - und zwar auch die Kleidung, die andere Leute schon getragen haben. Vintage und Second Hand Kleidung ist meistens fast so gut wie neu und selbst wenn sie ursprünglich von Fast Fashion Marken stammt, ist es immer noch besser sie weiter zutragen, als sie wegzuschmeißen. Für jedes Stück, dass wir Second Hand statt neu kaufen muss die Umwelt nicht ein weiteres mal belastet werden. Und ein guter Nebeneffekt: wenn Sachen Second Hand weiterverkauft werden steigert dies nicht die Nachfrage für Fast Fashion Marken, diese bekommen schließlich gar nicht mit, dass ihr Produkt den Besitzer gewechselt hat.
Die besten Läden und Flohmärkte zum Second Hand Shoppen in Hamburg findest du hier.

Achte mehr auf deine Kleidung & pflege sie

Eng verbunden mit Qualität ist auch die richtige Behandlung und Pflege der Kleidung und Schuhe, damit diese möglichst lange halten und gut aussehen. Meine Lederschuhe sind zum Beispiel alle imprägniert und ich pflege sie häufig mit Schuhcreme. Außerdem sollte man Schuhe, wenn der Absatz abgelaufen ist zum Schuster bringen. Bei Kleidung kann man darauf achten, dass diese immer richtig aufgehängt oder ordentlich zusammengelegt ist. Außerdem sollte man Kleidung nicht zu häufig waschen und auf die Waschanweisungen achten! Bei manchen Stücken wie z.B. farbigen Hosen oder Blusen kann es sinnvoll sein, sie beim waschen auf Links zu drehen. Und auch Schmuck sollte man ab und zu reinigen, vor allem Silber, wenn es angelaufen ist.


Reparieren statt wegwerfen

Viele Menschen neigen inzwischen dazu Kleidung sobald sie ihre Macken hat sofort wegzuschmeißen und zu ersetzen. Dabei kann man einiges auch relativ einfach reparieren - und wenn man es selbst nicht kann, gibt es auch Schneider und Schuster die es können! Ist etwas zu eng geworden? Vielleicht ist es möglich es weiter zu nähen. Etwas ist zu weit oder zu lang? Auch hier kann der Schneider relativ einfach eingreifen. Hat ein Kleidungsstück ein Loch? Kein Problem, man kann Löcher auch wieder zunähen/ stopfen.
Ich habe kaum eine Hose in meinem Schrank die nicht mindestens 1x umgenäht wurde, entweder aufgrund von Löchern oder der Länge. Und wer jetzt mit dem Kostenargument kommt: wenn man es selbst nähen kann kostet es nichts und wenn man es zum Schneider bringt ist es immer noch billiger, als ständig alles neu zu kaufen.

Miste deinen Schrank aus und gebe Kleidung weg

Bis vor kurzem brach mein Kleiderschrank quasi aus allen Nähten und dennoch hatte ich das Gefühl nichts zum anziehen zu haben. Ein bekanntes Phänomen wenn man viele Kleidungsstücke hat, die nicht mehr zum eigenen Stil passen oder einem nicht mehr gefallen. So hortete ich Jahre lang Kleidung die mir an mir selbst nicht mehr gefiel oder gar nicht mehr passte. Ich bin wirklich schlecht darin mich von Dingen zu trennen, aber manchmal muss es einfach sein und nun, da ich es endlich gemacht habe fühle ich mich befreiter und jemand anders kann sich an meinen Kleidern erfreuen und ihnen ein zweites Leben schenken. Es gibt verschiedene Wege, was man mit aussortierter Kleidung tun kann: Verkaufen auf Kleiderkreiselebay-kleinanzeigen oder einem Flohmarkt, Spenden z.B. an Oxfam oder sie auf die nächste Kleidertauschparty mitbringen.



Eva Katharina

Ich bin Eva, 22 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg "Mensch-Computer-Interaktion", komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für Fotografie, bin aktive Naturschützerin und Reise liebend gern. Mehr Infos findest du auf meiner Über-Mich Seite.