Umweltfreundliche Kosmetik

Es ist schon wieder der zweite Samstag des Monats und damit Zeit für den nächsten Green Saturday. Heute habe ich mir ein Thema ausgesucht, dass mir auch schon länger auf dem Herzen und schwer im Magen liegt: Kosmetik. Denn ob man es glaubt oder nicht bei Kosmetik kann man in Umweltgesichtspunkten ganz schön viel falsch machen.
Heute möchte ich dir erzählen, worauf du beim Kauf von Kosmetik achten solltest: wo das Problem liegt, was die Lösung ist und welche Kosmetikmarken ich bevorzuge.


Palmöl

Palmöl ist inzwischen in fast jedem Kosmetikprodukt enthalten, egal ob bei Shampoo, Duschgel oder Schminke. Außerdem befindet es sich noch in alltäglichen Lebensmitteln, wie beispielsweise Nutella, und in Reinigungsmitteln. Grund dafür ist, dass das Öl besonders günstig ist und für viele verschiedenen Dinge verwendet werden kann.
Ölpalmen bieten einen sehr hohen Ertrag auf wenig Fläche, das klingt erstmal schön und gut, allerdings muss der Regenwald für diese Monokulturen weichen. Tierarten werden ausgerottet und Urwaldvölker gewaltsam vertrieben. Für die Umwelt an sich ist die Abrodung des Regenwaldes auch nicht gut, denn die Bäume und der Boden speichern enorm viel CO2, dass durch die Abholzung zurück in die Atmosphere gegeben wird. Und durch weniger Bäume kann auch zukünftig weniger CO2 gespeichert werden.
Die Frage ist nun, was ist die Lösung dieses Problems?
Und leider kann ich sie nicht beantworten, denn kein Palmöl ist auch keine Lösung. Andere Öle sind nämlich weniger effizient und verbrachen noch mehr Ressourcen, um dadurch die selbe Menge an Öl zu gewinnen.
Auch Bio ist keine Lösung, denn auch Palmöl, dass mit dem Biosiegel ausgezeichnet ist, kann auf einer gerodeten Fläche angebaut werden. Allerdings ist Bio-Palmöl immer noch besser als normales, denn es dürfen keine synthetischen Dünger und Pestizide verwendet werden. Außerdem wird Bio-Palmöl auch auf Flächen angebaut, für die der Regelwald nicht weichen musste.
Letzten Endes liegt die Lösung wohl nur in der Reduktion des eigenen Kosmetikverbrauchs. Brauche ich wirklich so viel Make-Up? Muss ich jeden Tag geschminkt in die Uni/ Schule/ auf die Arbeit gehen?


Mikroplastik

Die Zweite große Problematik in der Kosmetikindustrie liegt im Mikroplastik. In vielen Duschgelen, Bodylotions und vor allem Peelings finden sich Kunststoffe, die durch das Abwasser in unsere Flüsse und schließlich ins Meer gelangen. In Kläranlagen kann Mikroplastik bislang nicht herausgefiltert werden und somit gelangt zwangsläufig alles Mikroplastik aus dem Abwasser in unsere Umwelt. Eine genaue Erklärung zu Mikroplastik und was genau es im Meer anrichtet, würde hier den Rahmen sprengen, deshalb möchte ich dieses Thema am nächsten Green Saturday nochmal ausführlich behandeln.
Wichtig ist für dich vor allem, keine Kosmetik zu verwenden, die Kunststoffe enthält. Dafür habe ich eine Liste herausgesucht, mit allen chemischen Begriffen, hinter denen sich Kunststoffe verbergen. Aber keine Sorge, du musst sie nicht auswendig lernen, wenn du einfach weiterliest verrate ich dir noch einen Trick.

Liste aller Inhaltsstoffe die Kunststoffe enthalten:
* Acrylate Copolymer (AC)
* Acrylate Crosspolymer (ACS)
* Dimethiconol
* Methicone
* Polyamide (PA, Nylon)
* Polyacrylate (PA)
* Polymethylmethacrylate (PMMA)
* Polyquaternium (PQ)
* Polyethylene (PE)
* Polyethyleneglycol (PEG)
* Polyethyleneterepthalate (PET)
* Polypropylene (PP)
* Polypropyleneglycol (PPG)
* Polystyrene (PS)
* Polyurethane (PUR)
* Siloxane
(Quelle: Greenpeace)


Codecheck

Schaut man sich die Inhaltsliste von Kosmetik an, muss man schon fast Chemiker sein um zu verstehen, was da alles steht. Schlaue Leute haben allerdings eine Lösung für dieses Problem gefunden, denn inzwischen gibt es einfach für alles eine App. Die App auf die ich mich gerade beziehe heißt Codecheck. Damit kann man ganz einfach den Barcode eines Produktes (und zwar nicht nur von Kosmetik) scannen und bekommt eine Interpretation der Inhaltsstoffe angezeigt. Dabei werden die Inhaltsstoffe nach dem Ampelsystem als grün, gelb oder rot gekennzeichnet.
Die App kann sowohl Palmöl als auch Mikroplastik feststellen und erleichtert dem umweltbewussten Verbracher das Leben damit ungemein. Wie ich bereits gesagt habe ist Palmöl sehr schwer zu vermeiden, der Kauf von Produkten die Mikroplastik enthalten hingegen ist sehr leicht zu umgehen. Bei Palmöl kann man wenigstens darauf achten, dass es sich um Bio-Palmöl handelt.
Edit: Ich habe von einer Leserin erfahren, dass auf Codecheck leider doch nicht so viel Verlass ist. Wie bei Wikipedia kann in Codecheck jeder Produkte einstellen und Inhaltsstoffe bearbeiten. Und so machen das leider auch die Marken, so wird aus einem so gar nicht umweltfreundlichen Produkt plötzlich das umweltfreundlichste Produkt überhaupt. Aber zusammen mit der Liste von Greenpeace und ein bisschen Verständnis was die Inhaltsstoffe bedeuten, kann das auch jeder schaffen. Und von Codecheck würde trotzdem nicht ganz abraten, es reicht, wenn man das ganze etwas kritisch betrachtet und sich vielleicht mehrere Quellen einholt.
Nun erzähle ich dir noch, welche Marken und Produkte ich verwende:

Kosmetik Empfehlungen

Seit ich von diesen beiden Problematiken weiß, habe ich eigentlich nur noch Naturkosmetik gekauft und auch angefangen Kosmetik selbst zu machen - Rezepte wird es in einem der folgenden Green Saturday geben. Mich haben dabei nicht nur Palmöl und Kunststoffe gestört, ich wollte auch insgesamt verstärkt auf die Inhaltsstoffe und darauf was diese anrichten können achten. Außerdem möchte ich keine Marken unterstützen, die ihre Kosmetik an Tierversuchen testen.
So bin ich letzten Endes auf Alverde gestoßen. Alverde ist wie alle Eigenmarken von dm tierversuchsfrei, Mikroplastik habe ich auch noch in keinem der Produkte entdecken können und zumeist verwenden sie nur Bio-Palmöl. Ich habe eigentlich alle Produkte die ich brauche von Alverde, von Duschgel über Shampoo bishin zu Puder, Wimperntusche und Augenbrauenstift. Mit allen Produkten bin ich sehr zufrieden und vor einem halben Jahr hat Alverde sogar angefangen fast alle Inhaltsstoffe nur noch aus biologischem Anbau zu beziehen.
Ab und zu kaufe ich noch Produkte von The Body Shop und Lush. Beide sind eher im höheren Preissegment, während Alverde doch sehr billig ist. Überzeugen tun mich die Produkte aller drei Marken.
Was ich im Moment auch sehr viel teste ist das Selbst Herstellen von Kosmetik. Und du kannst dich freuen, denn schon am nächsten Green Saturday möchte ich dir zwei tolle Rezepte vorstellen, die ich nun schon seit einigen Wochen teste!

Wie stehst du zu dem Thema? Welche Marken kaufst du gerne?
Und achtest du auch darauf möglichst umweltfreundliche Produkte zu verwenden?
Ich würde mich sehr über dein Feedback zu diesem Thema und dem Post freuen!

Eva Katharina

Ich bin Eva, 21 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg "Mensch-Computer-Interaktion", komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für Fotografie, bin aktive Naturschützerin und Reise liebend gern. Mehr Infos findest du auf meiner Über-Mich Seite.