Was tun gegen Lebensmittelverschwendung?

In Deutschland werden jedes Jahr 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das ist ca. ein Drittel aller produzierten Lebensmittel die dadurch nutzlos in der Tonne laden. Und das Ganze hat nicht nur verheerende Auswirkungen auf unsere Umwelt, sondern auch für ärmere Länder. Die gute Nachricht ist: von den ca. 80kg Lebensmitteln, die ein deutscher Bundesbürger jährlich wegschmeißt sind zwei Drittel vermeidbar!
Zum heutigen Green Saturday möchte ich dir erzählen, wie du etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun kannst und das auch noch ohne großen Aufwand. Dazu erzähle ich dir von vier großen Instanzen bei denen Lebensmittel weggeworfen werden und zeige dir gleich bei jeder einzelnen davon, was du dagegen tun kannst.

Supermarkt

Die Problematik

Im Supermarkt werden Produkte die kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum sind aus den Regalen geräumt. Somit hat der Verbraucher gar nicht mehr die Chance diese zu kaufen. Außerdem sind alle Regale immer prall gefüllt, egal zu welcher Uhrzeit man sich im Supermarkt umschaut. Das hat natürlich zur Folge, dass viele Lebensmittel weggeschmissen werden, da kein Mensch das alles kaufen kann.

Was kann ich tun?

Hier ist es relativ schwierig selbst etwas zu tun. Containern ist in Deutschland verboten, da der Müll immer noch Eigentum des Supermarktes ist. Einige Leute machen es aber trotzdem und vielleicht sieht auch irgendwann unser Staat und unser Rechtssystem ein, dass man die Lebensmittel doch vor dem Müll retten sollte, wenn diese noch wunderbar essbar sind!
Manche Supermärkte, vor allem Discounter, haben auch eine Theke mit Lebensmitteln die kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum stehen und verbilligt verkauft werden. Dort kann man super einkaufen und ein paar Lebensmittel vor dem Müll retten.
Ein weiterer wichtiger Tipp ist: Wenn du weißt, dass du das Produkt in den nächsten Stunden oder Tagen verbrauchen wirst, wieso nicht einfach das Produkt mit dem niedrigsten Mindesthaltbarkeitsdatum kaufen? Also nicht mehr alle Produkte durchschauen um ein möglichst hohes Mindesthaltbarkeitsdatum zu finden, sondern genau umgekehrt.

Verbraucher

Die Problematik

Verbraucher klingt sehr distanziert, aber das sind wir! Wir kaufen oft viel zu viel ein, Lagern die Lebensmittel falsch und schmeißen alles sofort weg, wenn es am Mindesthaltbarkeitsdatum kratzt. Wie ich bereits erwähnt habe schmeißt jeder deutsche Bürger im Jahr ca. 80 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne und davon müssten nur ein Drittel wirklich im Müll laden.

Was kann ich tun?

Das ist die Stelle, an der du am meisten tun kannst:
  • Vergiss endlich dieses Mindesthaltbarkeitsdatum. Das Mindesthaltbarkeitsdatum hat genau eine Aussage: Bis zu diesem Datum birgt das Produkt bei sachgerechter Lagerung auf jeden Fall keine Geschmacks- und Qualitätseinbußen. Das heißt erstmal gar nichts. Mach das Produkt auf, schau es dir an, riech daran und probiere ein bisschen was davon. Verlasse dich einfach voll und ganz auf deine Sinne. Denn das Mindesthaltbarkeitsdatum hat kaum eine Aussage und wird vor allem auch von Firmen gemacht und diese haben ziemlich viel davon wenn du die Packung Salz nach einem halben Jahr wegschmeißt, weil das MHD überschritten wurde, obwohl du es bei richtiger Lagerung noch Jahre lang verwenden könntest.
  • Schreib dir eine Einkaufsliste. So kaufst du nur Dinge die wirklich nötig sind und die du auch wirklich verbrauchst.
  • Kauf nicht mit Hunger ein. Wenn wir Hunger haben neigen wir dazu, enorm viel Zeug einzukaufen und vor allem auch Sachen, die wir einfach nicht brauchen.
  • Lagere Lebensmittel richtig. Mit der richtigen Lagerung halten Lebensmittel viel länger als sonst:
    • Strukturiere deinen Kühlschrank richtig. Im Kühlschrank ist es ganz unten über dem Gemüsefach am Kältesten, dort kannst du Wurst, Fleisch und Käse lagern. Im Fach darüber ist Platz für Jogurt, Quark und ähnliches und ganz oben kann man Marmelade, Gurken im Glas und andere Produkte die es nicht so kalt brauchen aufbewaren. In der Tür ist es am Wärmsten, hier ist der perfekte Platz für Milch, Eier, Butter und Getränke.
    • Die meisten Obst- und Gemüsesorten mögen es nicht im Kühlschrank. Dazu gehört Gemüse, dass viel Wasser enthält wie zum Beispiel: Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen und Zucchini, exotische Früchte wie Bananen, Mangos und Ananas und auch Zitrusfrüchte. Diese mögen es am liebsten im Keller und selbst in der Küche bei Zimmertemperatur halten sie länger, als im Kühlschrank.
  • Verwerte Reste. Auch wenn Gemüse und Obst nicht mehr ganz so frisch ist, kann man noch viel draus zaubern, zum Beispiel einen Leckeren Obst Kompott oder Ofengemüse. Auch andere bereits angebrochene Lebensmittel kann man super in ein Resteessen miteinbeziehen, hier gilt es einfach nur kreativ zu sein!

Landwirtschaft

Die Problematik

Hast du im Supermarkt schon mal eine total krumme Gurke gefunden? Also ich nicht und das hat einen Grund: Nicht marktfähige Produkte bleiben in der Landwirtschaft einfach auf dem Feld liegen. Das ist kein böser Wille der Bauern, sondern die Supermärkte wollen einfach kein Gemüse das zu klein, zu groß oder sonst irgendwie "hässlich" ist. Das hat ganz verschiedene Gründe. Gurken passen zum Beispiel besser in Kartons wenn sie gerade sind, andere Produkte werden einfach nicht gekauft, wenn sie nicht der Norm entsprechen.

Was kann ich tun?

Wenn du auf dem Land oder am Stadtrand wohnst kannst du auf dem Feld Gemüse sammeln gehen. Die Bauern lassen dieses nicht ohne Grund liegen und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich irgendwer beschwert. So gibt man dem Gemüse noch die Chance verarbeitet zu werden und außerdem ist es kostenlos.
Oft verkaufen Bauern das Gemüse auch zusätzlich in einem Hofladen, wenn du dort einkaufst, kannst du sicher auch das ein oder andere "hässliche" Gemüse retten.
Aber auch für Stadtmenschen ist was dabei: Seit einer ganzen Weile schon gibt es die Etepetete Box, welche sich die Aufgabe gesetzt hat Gemüse zu retten, das von der Norm abweicht. Ich habe die Box selbst noch nicht ausprobiert und bin daher auf eure Erfahrungsberichte gespannt!

Restaurants & Kantinen

Die Problematik

Aus hygienischen Gründen müssen Reste im Restaurant und in Kantinen entsorgt werden, wenn keiner mehr sie essen möchte. Das gilt sowohl für Essen, dass zurückgeht als auch für Buffets.

Was kann ich tun?

Hier ist die Lösung ganz einfach und naheliegend: Lass dir das Essen einfach einpacken anstatt einen halb vollen Teller zurückgehen zu lassen. Ich habe darauf bisher immer nur nette Reaktionen und ein Lunch Paket erhalten. Das positive: Man hat man nächsten Tag auch noch was davon!

Wie gehst du bisher mit dem Thema Lebensmittelverschwendung um? Was sagst du zu meinen Tipps?


Eva Katharina

Ich bin Eva, 21 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg, komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für alles rund um die Fotografie, bin seit einem Jahr aktive Umweltschützerin und Reise liebend gern.

Kommentare:

  1. Ich finde lebensmittelverschwendung auch total schlimm. Finde deine tipps sehr gut. Mit leeren Magen gehe ich so oder so nicht einkaufen. Weil dann kaufe ich nur viel zuviel unnötiges Zeug. Sehr tolle Tipps finde ich sehr gut :)
    LG Nadine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Nadine!
      Geht mir genauso, mit leerem Magen kaufe ich auch nur Zeug das ich am Ende gar nicht alles essen kann :D

      Löschen
  2. Huhu, da bin ich ganz deiner Meinung, sowas ist schrecklich.

    AntwortenLöschen