5 Dinge, die ich an der Fotografie nicht mag

Ich liebe die Fotografie, aber das Leben ist nunmal kein Ponyhof und man findet wahrscheinlich an jeder Sache, die man gern mag auch Sachen, die man nicht gern mag. Heute breche ich mal aus der Friede-Freunde-Eierkuchen-Welt aus und erzähle euch 5 Dinge, die ich an der Fotografie ganz und gar nicht mag.
Natürlich interessiert es mich auch, was euch an der Fotografie so richtig nervt! Lasst mir doch einen Kommentar dazu da.


Geld, Geld, Geld

Wenn ich Millionär wäre, wüsste ich hundert Sachen, die ich für die Fotografie unbedingt brauchen könnte und worein ich mein Geld investieren würde. Auch so weiß ich all diese Dinge, nur leisten kann ich sie mir nicht. Das schlägt sich am allermeisten in der Objektiv-Wahl nieder, denn auf meiner Wunschliste stehen: ein lichtstarkes Zoom-Objektiv, ein neues Weitwinkel-Objektiv, ein besseres Macro-Objektiv und am besten noch was im Telebereich. Das muss sich mal einer Leisten können oder?
Natürlich sind die meisten Hobbys nicht gerade billig. Dennoch hätte ich all diese Dinge so gerne und was mir in der Fotografie leider oft im Wege steht ist nunmal das Geld.

Fotofilter

Ob Instagram oder die Nik Collection, in 99% der Fällen finde ich Filter ganz grauenhaft. Meine Bilder fallen diesen leider viel zu oft zum Opfer, weil andere sie unbedacht benutzen.
Zum Beispiel in den besagten Foto-Communities wird, statt ordentlicher Bildkritik, ein Bild genommen, ein Filter drüber geklatscht und dann kommt "So ist es doch vieeeel besser.". Ich muss dann jedes mal schlucken, denn 1. finde ich es nicht ok einfach ungefragt fremde Bilder zu bearbeiten und 2. steckt in meiner Bearbeitung weit mehr Arbeit, als irgendwelche vorgefertigten Filter drüber zu packen. Mit der Zeit entwickelt man einfach seinen ganz eigenen Stil der Bildbearbeitung und für mich machen diese Filter mein "Werk" und die Arbeit, die Bilder ordentlich zu bearbeiten, zunichte.
Hier ein Beispiel aus dem echten Leben, links mein Bild, rechts das "viel bessere" Bild mit dem Filter:


Fehlende Wertschätzung

In Zeiten von Smartphones mit integrierter Kamera glaubt jeder, ein Fotograf zu sein. Die Fotografie wird oft auf das reine Drücken eines Auslösers reduziert und darauf hin der Satz dazugefügt: "Das kann doch jeder!". Auf Facebook lese ich oft Posts wie: "Ich suche einen Fotografen (z.B. für eine Hochzeit), habe aber quasi kein Geld und möchte, dass er richtig gut ist!" Da ich selbst keine Fotoshootings verkaufe, nehme ich davon natürlich keinen Schaden, ich finde es aber einfach schade und respektlos, wenn die Arbeit anderer so runtergehandelt wird.

Die demotivierende Online-Community

Gerade bevor ich andere Fotografen persönlich kannte - ein hoch auf den Fotografiestammtisch! - war ich sehr viel auf Facebook, in verschiedenen Fotografiegruppen unterwegs. Und was ich dort erlebt habe, war leider oft vor allem eins: unheimlich demotivierend. Manche Bilder werden in der Luft zerrissen und teilweise wird es dann auch noch persönlich. Die Kritik in diesen Gruppen ist oft sehr versteift auf Technik ("Mit der billigen Kamera kannst du gar keine guten Bilder machen!") und Regeln sind das aller wichtigste ("Nachtfotografien macht man NUR in der blauen Stunde, dein Bild ist also doof!").
Mich hat das oft etwas in meiner Kreativität behindert und obwohl ich mir so etwas nicht nahe gehen lassen möchte, trifft mich diese nicht konstruktive Kritik oft doch sehr hart. Daran Schuld ist in meinen Augen vor allem, dass im Internet alles schnell falsch rüber kommt und sich am Ende jeder hinter seinem Bildschirm verstecken und rumpöbeln kann.
Auf dem Fotografiestammtisch ist das zum Glück ganz anders, dort unterstützen sich alle und ich gehe meistens vollkommen kreativ und beflügelt nachhause und habe hundert neue Ideen.


Fotografiebücher, in denen immer das Gleiche steht

Als ich angefangen habe zu fotografieren und vor allem dies ernsthafter zu tun, habe ich sehr viele Fotografiebücher gelesen. Doch irgendwann fiel mir auf, dass dort immer wieder das Gleiche steht. Die Bücher haben hundert verschiedene Titel, aber doch alle den gleichen Inhalt. Oft verschweigen sie vor allem, dass die "großen Fotografen unserer Zeit" auch viel mit Bildbearbeitung arbeiten und es eben oft nicht reicht ISO, Blende und Belichtungszeit einzustellen wie ein Profi.
Das klingt jetzt vielleicht super banal, aber ich habe recht viel Zeit und Geld gebraucht um zu merken, dass mich die Bücher am Ende doch nicht wirklich weiterbringen. Wenn man die Grundlagen der Fotografie irgendwann verstanden hat, hilft es auch nicht mehr weiter das zehntausendste "So sehen deine Bilder aus wie vom Profi!"-Buch zu lesen. Denn am wichtigsten ist immer noch: Üben, üben, üben.

Was nervt dich an der Fotografie so richtig?


Eva Katharina

Ich bin Eva, 20 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg, komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für alles rund um die Fotografie, bin seit einem Jahr aktive Umweltschützerin und Reise liebend gern.

Kommentare:

  1. Witzig, dass in deinem Beispiel das rechte Bild besser sein soll :D Ist ja nicht so, dass sich dort ein fetter Bildbearbeitungsfehler versteckt :D
    Die Punkte, welche du aufzählst, kann ich alle nachvollziehen... Leider gibt es bei uns nur einen Elite 40+ Stammtisch, da würde ich mich definitiv unwohl fühlen.

    Lieben Gruß ♥

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    1. Oh ja in dem Bild versteckt sich wirklich ein riesiger Fehler, welcher im übrigen der Grund war, weshalb ich gar nicht erst angefangen habe den Kran zu retuschieren :D Es wäre zwar sicher möglich, aber mein Gott der Kran war nun mal da!
      Das kann ich verstehen auf einen Elite 40+ Stammtisch würde ich auch nicht gehen. Da treiben sich wahrscheinlich auch vor allem solche Leute rum, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und alles besser wissen...

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  2. Könnte ich so komplett unterschreiben. Was ich noch ergänzen würde ist die Bilderflut. Gehört mit zu der demotivierenden Community vielleicht.

    Ich werde nie wieder nach einer Klassenfahrt / Jugendreise mich bereiterklären, Bilder zu sammeln: Bin ich der einzige, der bei so was ausmistet? Wenn ich Bilder weitergebe, kommen von den ca. 800 die in zwei Wochen entstanden sind vlt. 100 auf die CD. Was soll ich denn mit drölftausend schlechten Handybildern?? Ne danke! Ausmisten müsst ihr VORHER!!!


    Und in die gleiche Kerbe: Wieso kann man nicht einfach mal den Augenblick genießen? Sei es abends am Strand, in einer kirchlichen Amtshandlung (Taufe, Konfirmation usw) und vieles mehr: Immer sehe ich in mehr Smartphone-Linsen als Gesichter.


    LG
    Jakob

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    1. Haha das mit der Bilderflut kann ich auch verstehen! Ich miste auch aus, bevor ich Leuten Bilder schicke, meistens bleiben vlt so 10% übrig und davon werden dann noch viel weniger bearbeitet. Man braucht keine 10 Bilder die fast gleich aussehen.
      Den Moment genießen musste ich auch "wieder lernen". Als ich angefangen habe zu fotografieren wollte ich immer ALLES einfangen und hatte dann ständig die Kamera in der Hand. Inzwischen kann ich besser einschätzen welche Momente ich einfach genießen möchte und welche festgehalten werden sollten. Und selbst dann reichen 1-2 Bilder und dann kann die Kamera mal wieder weggepackt werden.

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    2. Ich nehme inzwischen regelmäßig nur eine analoge / gar keine Kamera mit auf Ausflüge. Dann mache ich nur ein paar Bilder und genieße die Zeit mit den Reisegefährten bzw. allein mit meinem Fahrrad.

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