Analoge Objektive an der digitalen Kamera

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Seit ich Studentin bin, ist das Geld etwas knapper als vorher, schließlich muss man die eigene Wohnung, Essen, Trinken und Studienbeiträge finanzieren. Die Fotografie ist ein teures Hobby, aber dennoch möchte ich sie natürlich nicht aus Geldknappheit aufgeben. In meiner Reihe rund um die "Low Budget Fotografie" habe ich dir schon eine Menge Tipps und Tricks rund um das sparen in der Fotografie gezeigt, aber heute möchte ich das ganze auf eine neue Ebene bringen:
Low Budget Objektive.
Natürlich möchte ich hiermit nicht alle dazu aufrufen die billigsten Objektive zu kaufen, die man sich nur vorstellen kann. Denn das macht in meinen Augen keinen Sinn. Viel mehr möchte ich sogar eine Art Reusing betreiben und wie du aus der Überschrift sowieso schon weißt: analoge Objektive an der digitalen Kamera benutzen.


Wo bekomme ich analoge Objektive her?

Wie ich euch vor einer Ewigkeit schonmal berichtet habe, habe ich eine analoge Pentax Kamera von meiner Mutter bekommen. In ihrer Jugend war diese ihr Begleiter und nun liegt die Kamera bei mir. Ich bin mit der analogen Fotografie - außer mit der Polaroid Fotografie - allerdings nie so richtig warm geworden, weshalb die Kamera vor allem rumlag. Das Objektiv ist allerdings recht hochwertig, ein 50mm 1,7f Objektiv, also auch eine Brennweite die man sehr gut einsetzen kann. Es wäre einfach schade gewesen, das Objektiv weiter rumliegen zu lassen oder?
Als erstes würde ich also Verwandte fragen, ob sie vielleicht noch irgendwo eine analoge (Spiegelreflex-)Kamera oder alte Objektive haben, oft findet man schon hier einige Schätze.
Aber natürlich gibt es auch eine Möglichkeit an alte Objektive zu kommen, wenn man sie nicht schon zuhause rumliegen hat: Flohmärkte und ebay-Kleinanzeigen. Bei ebay hat man dabei den Vorteil, dass man sich noch schnell im Internet über das Objektiv schlau machen kann. In Zeiten der modernen Technik, kann man das aber auch mit dem Smartphone schnell auf dem Flohmarkt herausfinden. Wichtig ist nur, dass du dir nicht irgendwas viel zu teuer andrehen lässt.


Wie kommt das Objektiv an meine Kamera?

Hier kommt es natürlich darauf an, von welcher Marke das alte Objektiv ist. Oftmals gibt es Adapter für die verschiedenen Kamera Systeme, aber ich erzähle dir das für jede Marke gesondert:
  • Canon benutzt seit 1987 das EF-Bajonett, das auch heutige Spiegelreflexkameras haben. Alle Objektive die seither mit diesem Bajonett produziert wurden, passen also auch an deine neue Canon-Spiegelreflexkamera. Vor 1987 verwendete Canon für ihre Objektive das FD-Bajonett, diese können mit einem Adapter an neuen Kameras genutzt werden. Einen Adapter habe ich z.B. hier bei Amazon gefunden*. Selbst ausprobiert habe ich ihn bisher allerdings nicht.
  • Auch Nikon benutzt seit den 1950er Jahren das gleiche Bajonett - das F-Bajonett - und somit lassen sich alte Nikkor Objektive problemlos an neuen Kameras nutzen. Allerdings gibt es verschiedene Objektiv Systeme, seit 1977 nutzt Nikon das AI-System, die vorher produzierten Objektive passen nicht an neue Nikon Kameras. Mehr über die verschiedenen Systeme kannst du hier nachlesen. Um alte Nikon Objektive mit AI-System an deiner Canon Kamera zu nutzen, brauchst du einen Adapter, möglich ist es aber. Gefunden habe ich dazu diesen Adapter*, ausprobiert habe ich ihn nicht und kann daher keine Aussage dazu machen wie gut er ist.
  • Um mein Pentax Objektiv letzten Endes an die Kamera zu bekommen, habe ich netterweise Hilfe eines Fotografie-Blogger-Kollegen erhalten - seinen Blog findest du hier. Das war allerdings alles andere als schwer, denn Pentax benutzt nach wie vor das selbe Bajonett für ihre Pentax-K Reihe und somit konnte ich mir einfach einen Adapter bei Amazon kaufen. Wenn du auch ein Pentax Objektiv zuhause hast, findest du hier den Adapter von Pentax zu Canon*. Hätte ich nun eine Spiegelreflex Kamera von Pentax, hätte ich mir sogar den Adapter sparen können.


Der Haken

Wie bei so vielem im Leben, gibt es leider auch hier einen Haken, den man aber durchaus positiv sehen kann:
  • Bei alten Objektiven stellt man die Blende oft direkt am Objektiv ein. Das ändert an sich gar nichts, ist aber eine leichte Umstellung und am Anfang recht ungewohnt. Auch den Automatik-Modus sowie sämtliche Modi in denen die Kamera die Blende selbst einstellt muss man damit hinter sich lassen. Aber so lernt man immerhin die Kamera Komponenten gleich besser kennen.
  • Viele alte Objektive haben keinen Autofokus oder der Adapter kann diesen nicht "übertragen". Die Schärfe muss also manuell eingestellt werden. Auch das war für mich eine Umstellung, letzten Endes schadet es aber natürlich nicht.

Fazit

Für gerade mal 19,99€ - für den Adapter - habe ich nun ein neues, tolles Objektiv, dass ich verwenden kann. Ich bin sehr glücklich damit und werde auf Flohmärkten und ebay weiterhin Ausschau nach Pentax-K Objektiven halten. Mein kleines Experiment ist also geglückt. Außerdem habe ich für diesen Blogpost viel recherchiert und weiß jetzt auch, nach welchen Objektiven von Nikon und Canon ich in Zukunft Ausschau halten kann.
So kannst du mit einem kleinen Budget also tolle Objektive kaufen und benutzen und trotz wenig Geld viel Spaß an der Fotografie haben. Außerdem haben analoge Objektive oft noch einen leichten Vintage Flair, wovon ich ein riesen Fan bin.


Na wie stehst du zu dem ganzen Thema? Hast du noch alte Objektive zuhause? Oder sogar schon an der digitalen Kamera ausprobiert?


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Eva Katharina

Ich bin Eva, 20 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg, komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für alles rund um die Fotografie, bin seit einem Jahr aktive Umweltschützerin und Reise liebend gern.

Kommentare:

  1. Ich nutze an meiner Nikon begeistert alte Linsen. zwei Festbrennweiten, die zu meiner uralten Nikon Fm gehören nutze ich immer noch an der D300. Wunderbare Qualität aus Zeiten, wo ein 50mm F1,8 Standardoptik war. Vollmetall.
    Dabei gleich eine Korrektur: die Non-Ai-Linsen funktionieren durchaus an den Nikon-Digitalkameras, es gibt nur das Problem mit der Blende, was du auch beschreibst, bei mir wird aber zumindest die Springblende (aufblenden zum scharstellen, abblenden erst beim auslösen) und der am Objektiv eingestellte Wert mechanisch übertragen.

    Manchen Kameras muss man allerdings erst im Menü beibringen, ohne Objektiv auszulösen (ohne Elektronische Schnittstelle wird das nicht als angesetztes Objektiv erkannt.)Dies ist ein Problem, was man auch bei anderen Systemen bzw. Adaptern haben kann.

    Bei meiner neueren Elektronischen analogen Nikon F65 stimmt das aber: die löst mit non-Ais nicht aus. Bei den digitalen sollte das aber nach kurzer Beschäftigung mit der Bedienungsanleitung (Auslösen ohne Objektiv und Objektivprofile) klappen.

    LG
    Jakob

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  2. Einen wichtigen Punkt vergaß ich allerdings:
    den Bajonett - Sensor abstand:
    Je Nach System ist der Abstand zwischen Bajonett und Sensor- / Filmebene verschieden.
    Wenn er bei der alten Analogen größer war, ist das kein Problem, dann sind die Adapter entsprechend länger.
    Wenn er aber bei der digitalen größer ist, wird bei einem einfachen Adapterring das fokussieren auf unendlich unmöglich, der Effekt ist so, wie bei Makro-zwischenringen. Eine Lösung dafür sind Adapter mit Korrekturlinse, die diesen Fehler ausgleichen.
    Ihr müsst übrigens nicht im Kleinbild-Format bleiben: Es gibt auch Nöglichkeiten, Linsen, die für Mittelformatkameras gebaut waren beispielsweise an ein Bajonett aus einer Kleinbild-Bauart anzusetzen.

    lG
    Jakob

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    1. Mit den Non-Ai-Linsen war ich mir nicht sicher, da waren mir die Informationen, die ich gefunden habe zu "verwirrend". Danke für deine Berichtigung!
      Das mit dem Sensor Abstand ist mir neu, danke :)

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  3. Liebe Eva,

    ein sehr schöner Beitrag. Und so habe ich das noch gar nicht gesehen. Vielen Dank für den tollen Tipp!
    Liebe Grüße, Anna :)

    https://wwwannablogde.blogspot.de/

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  4. Danke für die freundliche Erwähnung :-)

    Liebe Grüße
    Thore

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  5. Ich spare auch sehr gern, deshalb danke ich dir für deine wertvollen Tipps!

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  6. Toll, wenn die alten und vor allen Dingen teuren Schätzchen noch ein zweites Leben geschenkt bekommen. So entsteht auch einfach weniger Schrott und wenn ich es richtig verstanden habe, fordert es zum
    Fotografieren ohne Autoeinstellungen heraus - super!
    Liebe Grüße,
    Simone

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    1. Genau das finde ich auch so super daran! Reusing ist immer besser als Recycling ;)
      Die Autoeinstellungen hängt vom Objektiv ab, es ist aber oft so, dass man bei den alten Objektiven die Blende direkt am Objektiv einstellt und damit hast du recht fordert es dazu heraus :)

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