Bruce Davidson: Magnum Legacy - Vicki Goldberg

Als ich Bruce Davidsons Bilder zum ersten mal gesehen habe, war mein erster Gedanke: sie sind nicht so wie die Bilder, die man auf Facebook oder Instagram von Hobbyfotografen findet, also auch nicht so wie die Bilder die ich mache. Sie sind diese Art von Fotografie, die eine Seele hat. Sozial-kritisch, tiefgründig, sie haben einfach diese besondere Ausstrahlung, die gute Fotografie beinhaltet. Diese Art von Kunst hat mich schon immer gefangen und so auch Davidsons Bilder.
Als ich bei Prestel eine Biografie von ihm entdeckt habe, wollte ich wissen, was er für ein Mensch ist und wie diese grandiosen Bilder entstanden sind. Heute möchte ich dir diese Biografie vorstellen, "Bruce Davidson: Magnum Legacy" von Vicki Goldberg.

Kurz Information

Preis: 39,95€
Sprache: Englisch
Art: Gebundenes Buch
Verlag: Prestel
ISBN: 978-3-7913-8135-0
Erscheinungstermin: 06. April 2016

Klappentext

"Davidsons Liebe zur Fotografie begann, als er zehn Jahre alt war. Der Sohn einer hart arbeitenden geschiedenen Mutter war ein Einzelgänger, der in der Schule schlecht zurecht kam und nur schwer Kontakt fand. Befreiung aus den Fesseln seiner Jugend brachte ihm die Kamera, die ihn ein Leben lang begleiten sollte. Vicki Goldbergs fundierte Monographie über Bruce Davidson geht seinen fotografischen Ausdrucksformen und Techniken in ihrer ganzen Bandbreite nach und zeigt, welchen Einfluss Davidson auf die Fotografie des 20. Jahrhunderts hatte. Der reich illustrierte Band enthält Bilder aus den bekanntesten Werkgruppen und bisher unveröffentlichtes Material aus dem Privatarchiv des Fotografen in erstklassigen Reproduktionen. In allem zeigt sich die einfühlsame Neugier, mit der Davidson den Menschen vor der Kamera begegnet, sowie die erzählerische Kraft seiner Bilder."

Meine Meinung

Schon auf den ersten Seiten habe ich mich total mit Bruce identifiziert, wahrscheinlich hat dazu beigetragen, dass er auch geschiedene Eltern und vermutlich Legasthenie hat. Für eine Biografie ist das Buch sehr mitreißend geschrieben und es befinden sich immer wieder tolle Bilder passend zur Lebensetappe und Davidsons Projekten im Fließtext. Diese Bilder sind - wie ich durch meine bisherigen Erfahrungen von Prestel auch nicht anders erwartet hatte - sehr hochwertig gedruckt und insgesamt ist das Buch sehr qualitativ.
Davidsons Geschichte und sein Lebenswerk sind in meinen Augen absolut beeindruckend. In Amerika spricht man von dem Term "from rags to riches" (vom Tellerwäscher zum Millionär), für mich trifft diese Redensart auf Davidson vollkommen zu. Im Alter von nur zehn Jahren hat er mit der Fotografie angefangen und sich - wie schon im Klappentext deutlich wird - von nichts hochgearbeitet. Die Biografie ist damit nicht nur interessant sondern absolut inspirierend.
Davidson hat einige sehr beeindruckende Projekte vorzuweisen: er hat die Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen in den USA fotografiert, eine New Yorker Gang über Monate begleitet und das Armen Viertel East 100th Street in New York dokumentiert. Und das sind nur die Projekte die ich am beeindruckendsten finde, zu sehen gibt es im Buch noch viel mehr.
Ebenso beeindruckend ist, dass Davidson ein Teil der legendären Fotoagentur Magnum wurde, die unter anderem von Henri Cartier-Bresson gegründet wurde.
Ich kann nur sagen: Ich bin absolut begeistert von dieser Biografie - und das obwohl ich Biografien normal recht langweilig und langatmig finde. Trotz Klausuren Phase habe ich das Buch gerade zu verschlungen. Das Buch kann ich jedem Liebhaber tiefgründiger Schwarz-Weiß Fotografien nur empfehlen.

Kanntest du Bruce Davidson schon oder hast du ihn erst hier kennengelernt?
Wie findest du Biografien, liest du gerne welche?

Eva Katharina

Ich bin Eva, 21 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg, komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für alles rund um die Fotografie, bin seit einem Jahr aktive Umweltschützerin und Reise liebend gern.

Kommentare:

  1. Hallo, habe Bruce Davidson noch nicht gekannt und die Biografie hört sich interessant an. Habe nur wenig Biografien gelesen, aber die ich gelesen habe finde ich sehr bewegend.
    Liebe Grüße
    Bo

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    1. Stimmt, meistens ließt man Biografien ja auch nur, wenn sie wirklich wirklich interessant für einen sind. Ich habe bisher auch nur sehr wenige gelesen.
      Bruce Davidson kenne ich auch noch nicht lange...

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  2. Huhu.
    Klingt recht interessant und bislang ist Bruce für mich unbekannt. Das Buch muss ich mir mal anschauen, den du scheinst recht davon zu schwärmen.

    Alles liebe

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