European Portrait Photography since 1990 - Frits Gierstberg

Portrait Fotografie ist für mich eine der spannendsten Richtungen der Fotografie. Vor kurzem habe ich bei Random House das Buch "European Portrait Photography since 1990" entdeckt und mich sofort verliebt. Netterweise habe ich dann ein Rezensionsexemplar dieses Buches erhalten und möchte es euch heute vorstellen.

One really interesting topic for me in photography is portrait photography. Some time ago I found this really great book "European Portrait Photography since 1990" by Frits Gierstberg and really fall in love with it. Luckily I got a review copy and so I will introduce this book to you today.

Kurzinformation
Preis: 49,95€
Seiten: 240
Sprache: Englisch
Verlag: Prestel Verlag
ISBN-13: 978-3791349275
Erscheinungsdatum: 23. Februar 2015

Klappentext
"Bilder vom Menschen haben eine lange Tradition in der europäischen Kunstgeschichte. Im 19. Jahrhundert übernahm die Fotografie diese Rolle und seitdem werden immer wieder auch Porträtaufnahmen befragt, wenn es um die Bewertung historischer Epochen geht.
Die Autoren des vorliegenden Bandes nahmen das Jubiläum des Falls des Eisernen Vorhangs zum Anlass, um eine Bestandsaufnahme europäischer Porträtfotografie der letzten 25 Jahre vorzulegen. Mehr als 40 Fotografen zeigen das Gesicht des vereinten Europas und gehen der Frage nach der Identität seiner Bewohner in Zeiten von Grenzöffnungen und Wirtschaftskrisen, globaler Vernetzung und nationalistischen Konflikten nach."

Meine Meinung Am Anfang des Buches befinden sich erstmal zwei Essays von verschiedenen Personen und dann ein einleitender Text von Frits Gierstberg selbst. Diese Texte bilden eine gute Einführung in das Buch. Danach befindet sich gleich der "Catalogue", wo sich nach Fotografen geordnet Bilder im vollen Seitenformat befinden. Dort gibt es jeweils einen kurzen Text zu den Fotografen und ansonsten befinden sich in diesem Teil hauptsächlich Bilder. Am Anfang hatte ich die Vermutung es handele sich bei den Bildern einfach nur um relativ aussagelose Portraits, wahrscheinlich ohne große Story dahinter. Aber die Bilder eines jeden einzelnen Fotografen in diesem Buch erzählen eine Geschichte. Beispielsweise Sergey Bratkov's Serie "Kids" aus dem Jahr 2000 hat mir besonders gut gefallen. Diese Reihe zeigt russische Kinder Modells, deren Eltern sie zu Modelagenturen brachten um Geld zu verdienen. Dann gibt es noch eine Reihe von einem Fotografen, der Behinderte fotografiert hat, die ich klasse finde. Es sind einfach wirklich viele tolle Reihen und teilweise könnte ich sie stundenlang anschauen und über ihre Geschichten nachdenken.
Nach dem Catalogue folgt dann noch eine Diskussion zum Thema "Photography and the Renaissance of the Portrait". Mir wurde in dieser Diskussion nicht ganz klar, wieso die Portrait Fotografie gerade mit der Renaissance verglichen wurde und ich finde diese Epoche auch nicht besonders interessant. Die Diskussion war also nicht ganz mein Fall. Danach gab es abschließend auf den letzten paar Seiten noch einen weiteren Essay "The face of Europe: regarding European identities" von Alicja Gescinska, welcher mir wiederum sehr gut gefallen hat.

My opinion
At the beginning of the book are two essays from different people and a introducing text bei the author Frits Giestberg. Those texts are a great introduction into the book.
After that the "Catalogue" starts, where all the photos are in full page format, organized by the photographers. There is always a short text to each photographer but besides that in this part are only photos. When I first read about this book I had the assumption that there would be a lot of meaningless portraits without much story behind. But each picture in this book tells it's story. For example I really loved Sergey Barkov's series "Kids" from the year 2000. It tells the story of Russian child models, which were forced to do this job for their parents to earn some money. There is also a series of a photographer that photographed disabled people, that is really great. So there are a lot of meaningful series that I could spent hours looking at and thinking about the story they tell.
Behind the Catalogue is a discussion about the topic "Photography and the Renaissance of the Portrait". To be honest I didn't get, why they are comparing portrait photography with the Renaissance. And I'm not really interested in this era. So the discussion wasn't really my thing but after it on the last pages theirs another essay called "The face of Europe: regarding European identities" by Alicja Gescinska, that I really liked.




Fazit
Das Buch ist für mich unerwartet kritisch, was ich wirklich toll finde. Die im Klappentext erwähnten Themen - Wirtschaftskrise, globale Vernetzung und nationale Konflikte - werden durch die Bilder gut gezeigt und kritisch betrachtet. Ich bin auf jeden Fall total begeistert. Ich habe am Anfang eine Weile gebraucht um die Jahreszahlen der Bilder zu finden, aber nachdem ich sie entdeckt habe - auf den Vorstellungsseiten des jeweiligen Fotografen - war es eigentlich ziemlich offensichtlich. Dieser einzige Kontra-Punkt, der mir aufgefallen wäre fällt also weg. 
Alles in allem ist das Buch eine tolle Ansammlung aus Portrait Fotografien, wobei auch viel Ganzkörper dabei ist. Auch die Essays fand ich sehr mitreißend und gut geschrieben. Nur die Diskussion war nicht ganz mein Fall, aber das ist nicht so tragisch.
Ich fand es sehr interessant zu lesen und würde es daher auch weiterempfehlen.

Conclusion
The book was unexpected critical what I really like. The pictures criticize topics like slump, global networking and national conflicts. First I needed some time to find the year dates but when I found them - on the introduction pages of the authors - I thought it was pretty obvious. So that's not really a negative point.
Altogether I think this book is a nice collection of portrait photos - well there are some whole-body shots, too. I really liked the essays, but the discussion wasn't really my thing. So I liked to read this book and I would recommend it.

Eva Katharina

Ich bin Eva, 20 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg, komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für alles rund um die Fotografie, bin seit einem Jahr aktive Umweltschützerin und Reise liebend gern.

Kommentare:

  1. Was es nicht alles für Bücher gibt! Aber Portraits finde ich auch immer sehr schön. Vor allem in schwarz-weiß haben sie immer sehr viel Ausdruckskraft. Ich würde jetzt zwar nicht so viel Geld für das Buch ausgeben (Ich gebe generell nicht so viel Geld für Bücher aus), aber ich denke, in der Buchhandlung würde ich wahrscheinlich länger darin blättern.

    LG Christine

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    1. Es ist schon eine Menge Geld, aber wenn man ein hochwertiges Buch mit Fotografien möchte ist das leider die Preisklasse ansonsten leidet eben die Qualität.. Ab und zu kann man das also vielleicht schon mal ausgeben.
      Aber ich verstehe dich, ich bin da normal auch der Sparfuchs und kaufe Bücher deshalb gern Second Hand.

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  2. 49,95 € ist allerdings ein ganz schön stolzer Preis...

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    1. Das stimmt auf jeden Fall, aber er ist in meinen Augen sehr berechtigt. Immer hin ist das Buch sehr groß (etwas größer als A4 Format) und darin befinden sich hauptsächlich qualitativ hochwertige, farbige Bilder im Seitenvollformat. Der Druck dieses Buches verschlingt also wahrscheinlich auch eine Menge Kohle..

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  3. Huhu Eva.

    Interessante Vorstellung.
    Das Buch klingt für mich eigentlich ganz gut, mich würde aber um Ehrlich der Preis ein wenig zu sehr vom Kauf abhalten. Da ich meist auch nur Bücher im Schlussverkauf oder als Mängelexemplar kaufe.

    Liebe Grüße

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    1. Dankeschön :)
      Jaja der Preis.. Bei Romanen und co gebe ich auch nicht viel Geld für Bücher aus, da geht es ja auch um den Text und dieser ist in jeder Qualität gleich. Bei Fotografiebüchern zahlt man aber für die Qualität der Bilder, welche bei sowas ja schon wichtig ist :)

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  4. Also hättest du dir das Buch für 50€ gekauft? Sorry, aber das glaube ich nicht.

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    1. Ja hätte ich. Wir haben für alles mögliche Geld: Smartphones mit teurem Vertrag, Haustiere die monatlich hunderte von Euros verschlucken, andere rauchen täglich ein Päckchen Zigaretten und so weiter und sofort aber ein Buch für einmalig 50€ kann man sich nichtmal gönnen? Ich weiß dass die Fotografie ein teures Hobby ist und 50€ sind im Gegensatz zu den Objektiven die ich besitze Peanuts. So hat jeder nun mal seine Hobbys für die er Geld ausgibt. Du - wer auch immer du bist - hast sicher auch irgendein Hobby für das du ab und zu mal Geld ausgibst ;)

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    2. Also ein Buch mit einem so schlechtem Cover, mit 240 Seiten für 50€ ist eine Inspiration für dich die du mehrmals anschaust? Ich verstehe euch Blogger manchmal nicht. Mir kommt das so vor, als ob ihr alles was kostenlos ist ansaugt, um möglichst viel gutes darüber zu schreiben, dass noch mehr davon kommt. Es gibt im Netz Millionen von extrem guten Fotos, die man mit seinem Smartphone kostenlos anschauen kann (daher lohnt sich diese Investition übrigens wesentlich mehr. Warum nutzt du das nicht als Inspiration? Würde dir vielleicht helfen was aus deinen Fotos zu machen. Finde deine Fotos nicht wirklich gut. Meist wenig durchdacht. Eher Schnappschüsse als Fotografie.

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    3. Du kannst ein Buch nicht nach dem Cover bewerten. Dieses Buch hier ist eine Ansammlung der Werke vieler verschiedener Fotografen. Natürlich gibt es im Internet viele tolle kostenlose Inhalte und davon lasse ich mich auch gern inspirieren.
      Im übrigen erhalte ich kaum "kostenlose" Produkte und die die ich bekomme suche ich mir gut aus, dies ist erst das zweite Rezensionsexemplar, dass ich in 3 Jahren Bloggerdasein beziehe. Und ich besitze in der Tat mehrere Fotografiebücher in dieser Preisklasse, die ich alle selbstbezahlt habe. Wofür ich Geld ausgebe und wofür nicht kann dir getrost egal sein.
      Ich fotografiere erst seit 3 Jahren und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Sich hinter einem Anonymen Deckmantel zu verstecken und Beleidigungen auszuteilen ist immer leicht. Zudem ist Fotografie eine eigene Kunstform und Kunst liegt im Auge des Betrachters. Wenn dir meine Fotografien nicht gefallen musst du meinen Blog nicht besuchen.

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    4. Ich kann die anonyme Meinung beim besten Willen nicht teilen.
      Eva's Bilder finde ich sehr gut und für mich sind sie eine Inspiration.
      Und das besprechen von guten Büchern finde ich durchaus legitim.

      Was du schreibst ist absoluter Quatsch

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  5. Ich habe auch ein paar Foto-Bücher - da kommt man selten günstiger weg. Gerade auch Bücher aus dem Mode Bereich sind alles andere als billig. Wer Lust, Laune und das Geld dazu hat, darf das gerne machen.
    Bei Rezensionsexemplaren freut man sich dann natürlich erst Recht.
    Ich wüsste ehrlich gesagt ohne nicht, wie ich meinen Lesekonsum befriedigen könnte.

    Liebst
    Justine

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    1. Dankeschön Ju!
      Was für Fotobücher hast du denn? Ich bin immer auf der Suche nach guten "Sammlungen" :)

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