Meine Do & Don'ts der Bildbearbeitung

Ich habe schon öfter von Fotografen gehört, die der Bildbearbeitung abschwören. Als Grund nennen sie meistens, dass Bildbearbeitung Schwindel sei und man die Realität nicht verändern soll. Ich sage dagegen: eine Kamera kann die Realität oft nicht so abbilden wie sie ist. Also finde ich es sinnvoll die Bildbearbeitung zu benutzen um das Foto der Realität näher zu bringen und gelegentlich darf man auch mal tricksen. Dabei muss man aber einiges beachten. Dafür habe ich mal eine kleine aber feine Liste mit Bildbearbeitungs "Do and Don't" zusammengestellt, also was ich als sinnvoll ansehe und was nicht.

I often heard about photographers that doesn't do image editing. Their reason is that they don't want to change the reality. I think that my camera can't image the reality as it is and so I have to use image editing to make them more like the reality and sometimes to fiddle a little bit. But there are a lot of things you have to consider. Thats why I made a "Do and Don't" list for what I think is useful in image editing and what isn't.

Do:
* Den Kontrast erhöhen. Unsere Umwelt ist - in meinen Augen - ziemlich kontrastreich, das frisch geschossene Foto hat oft nicht halb so viel Kontrast wie die Realität selbst.
* Farben anpassen. Mir ist aufgefallen, dass meine Kamera manche Farben, wie zum Beispiel Rot, nicht besonders gut abbilden kann. Auch hier liegt es an der Bildbearbeitung die natürlichen Farben wieder zurückzuholen.
* Dodge and Burn - was auf deutsch soviel bedeutet wie Abwedeln und Nachbelichten. Diese Bildbearbeitung ist für mich bei der Portraitfotografie ein absolutes muss: die Schatten im Gesicht zurückgeben. Darüber werde ich in Kürze noch ein Tutorial schreiben.
* Hautunreinheiten korrigieren. Wer kennt es nicht, wochenlang kein einziger Pickel und dann will man Fotos machen und sieht plötzlich aus wie ein Streuselkuchen. Auch dafür ist Bildbearbeitung da.
* Nachschärfen. Wir alle wissen, dass die Realität scharf ist, auch ein richtig fokussiertes und scharfgestelltes Bild kann man noch etwas nachschärfen, kann ja nicht schaden.
* Graustufen. Schwarz-weiß Bearbeitung bringt manchen Bildern erst den endgültigen Touch, ohne Graustufen hätten sie vielleicht nicht so viel Aussagekraft.

Do:
* Increase contrast. Our surrounding world is prettycontrasty in my eyes, but a recent taken picture most of the time isn't so bring back the contrast in your pictures.
* Adjust colors. My camera often just can't picture colors as they are, for example red. So I use image editing to bring back the real and natural color.
* Dodge and Burn is a real "must" for me in portrait photography: you have to bring back the shadows in your models face. Soon I will present you a dodge and burn tutorial on this blog.
* Correct skin blemishes. Who doesn't know that moment? For weeks you didn't have any pimple and than you want to take some photos and you look like a crumb cake. That's also a point were image editing is pretty useful.
* Resharpening. The reality is pretty sharp and you can resharpen your pictures even if they are already sharp it isn't hurt.
* Greyscale. Black and white image editing can give photos the final touch, without greyscale they are sometimes not that meaningful.



Don't:
* Jegliche Art von dünner und dicker machen finde ich nicht angebracht. Jeder Mensch ist so schön wie er ist, dafür muss man keinen Photoshop Verflüssigen Filter benutzen um dünnere Beine und größere Brüste zu haben.
* Es übertreiben. Sättigung, Kontrast und all die andern genannten Do's sind alles schön und gut, solange man es nicht übertreibt. Das Ziel ist einen schönen Mittelweg zu finden zwischen nicht bearbeiten und zu viel bearbeiten.

Don't:
* I think every way of making people skinnier or thicker just isn't appropriate. Every person is pretty the way they are, you don't need to use a photoshop Liquify filter to make their legs skinnier and their breasts bigger.
* Overdo. Saturation, Contrast and all the other mentioned Do's are great things but you need to find a middle way and don't edit to much.



Ich gebe offen und ehrlich zu: Ich trickse gerne. Manchmal kann Photoshop aus einem von mir miserabel geschossenen Bild noch ein Meisterwerk machen und gelegentlich auch mal die Realität verfälschen. Aber das alles versuche ich nur in Maßen und nicht in Massen zu genießen.
Als kleinen Abschluss werde ich noch eine kleine Beichte ablegen, in dem ich euch jenes Bild dass auf diesem Blog veröffentlicht wurde zeige, bei dem ich am aller meisten getrickst habe. Ja es sind in der Tat zwei Menschen von diesem Bild verschwunden.
Und dann wäre da noch die Frage: Was haltet ihr von Bildbearbeitung? Bearbeitet ihr viel? Was sind eure "Do & Don'ts"?

I admit upfront: I like to trick and edit. Sometimes photoshop can save a miserable done photo and sometimes it can change the reality. But you should enjoy all this things in moderation.
As a little ending I want to show the most edited photo that I ever showed you on this blog. Yes, I let two people disappear on this picture.
In the end stands the question: What do you think of image editing? Do you edit a lot? And what's your "Do & Don'ts"?


Eva Katharina

Ich bin Eva, 21 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg, komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für alles rund um die Fotografie, bin seit einem Jahr aktive Umweltschützerin und Reise liebend gern.

Kommentare:

  1. Das ist richtig gut geschrieben und spiegelt ganz genau das wieder was ich von Fotobearbeitung halte :-)
    Du hast das quasi aus meinem Kopf geklaut ;-)

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    1. Dankeschön :)
      Oh je ein Plagiat aus deinem Kopf, wenn das mal nicht abgemahnt wird :D

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  2. Ich finde Beauty-Retusche in etwa so wie Dünner/Dicker machen in der Post...

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    1. Ich finde das kommt stark drauf an, was für Beauty-Retusche es ist. Wenn jemand einen fiesen Pickel oder ein Haar im Gesicht hat, hat er das ja nicht immer. Während man bei Dicker und Dünner machen ja verfälscht, wie der Mensch eigentlich ist..
      Aber ich kann auch verstehen wenn man das anders sieht.

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  3. ... da ist ein Mann verschwunden auf Deinem Foto.

    Aber Spaß bei Seite, Du hast recht, ohne eine ordentliche Bildbearbeitung bekommt man eigentlich nicht das aufs Bild, was man möchte. Da kann man so naturgetreu fotografieren, wie man will, spätestens beim Weißabgleich benötigt man eine ordentliche Bildbearbeitung. Zum digitalen Foto gehört einfach die Bildbearbeitung.

    Das mit zu viel Sättigung ist ein klassischer Anfängerfehler, dem unterliege ich auch manchmal.

    Viele Grüße Thomas

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    1. Genau genommen verschwinden sogar ganze zwei Männer, ups :D

      Genau so sehe ich es auch :) Zu viel Sättigung ist mir gelegentlich auch schon passiert.. Du sagst es, Anfängerfehler.

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  4. Hallo,
    oh das Bild mit dem Elefanten ist ja gut retuschiert. Traue keinem Bild....
    Aber zum Thema Bildbearbeitung am Bild:
    Ich selbst mache das gar nicht. Ich fotografiere ein Bild und nutze es dann so wie es ist von der Kamera. Nachbearbeitung ist für mich keine Option.
    Seitdem ich die Fotografie zu meinem Hobby erklärt habe (Danke Eva ;-) ) habe ich kein einziges Bild nachbearbeitet.

    Ich muss allerdings gestehen, das die "After" Bilder von dir alle besser aussehen :-D

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    1. Ja Bildern sollte man wirklich nicht trauen.. Bei dem Elefanten hatte ich noch einen Aufpasser mitdabei, aber er hat nicht so gut aufs Bild gepasst und sah so unmotiviert aus...

      Vielleicht kommst du irgendwann auch noch zur Bildbearbeitung, es macht ja auch irgendwie Spaß. Und wenn nicht, dann eben nicht, jeder hat seinen eigenen Stil.

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  5. Ich finde auch, dass Bildbearbeitung einfach dazu gehört, in der digitalen Fotografie. Es geht sicher auch ohne, aber OOC-Fotos sind doch eher eine Seltenheit.

    Zuviel Kontrast und Sättigung (Tendenz HDR) mag ich nicht sonderlich, zumindest bei meinen Fotos. Aber HDR kann auch verdammt gut aussehen, wenn man es kann.
    Was ich absolut liebe in PS und LR ist das Crop-Tool. Oftmals haben Objektive eine Naheinstellgrenze, aber der sie erst fokussieren. Daher muss man hinterher croppen, um den gewünschten Bildausschnitt zu kriegen.
    Und ich liiiieeebe Farblooks! :D

    Liebst,
    Mary

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    1. HDR kann wirklich klasse aussehen, aber so richtig rangetraut habe ich mich da noch nicht.
      Das Crop-Tool mag ich auch sehr gerne, vor allem wenn man manchmal ein Bild im Nachhinein anschaut und sich denkt: "Mensch wie konntest du den goldenen Schnitt so verhauen? Und dann ist es auch noch viel zu weit weg..." Lässt sich ganz einfach korrigieren. Der Crop-Tool hat mir definitiv schon Bilder gerettet :D

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  6. Kann ich genau so unterschreiben. Ich nutze immer das RAW-Format, um die Belichtungswerte effektiv nachkorrigieren zu können. Vieles verfälscht der Kamerabildschirm bei der Beurteilung vor Ort, die Chancen des RAW-Formates muss man da einfach im Nachhinein nutzen.
    Liebe Mary, Nicht erst in der digitalen ;) Bis auf den "Pickelpinsel" gehen alle Punkte, die Eva bei "Do" angesprochen hat auch im analogen (und machen mindestens genau so viel Spaß)

    Liebe Grüße
    Jakob

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    1. Oh ja der Kamerabildschirm ist manchmal wirklich fies.. Schon so manches Bild habe ich auf dem Kamerabildschirm geliebt und auf dem PC war es totaler Schrott, trügerisches Teil!
      Finde ich interessant, dass das bei der analogen Fotografie genauso gut funktioniert. Ich muss dich doch mal zu einem Gastpost über Analoge Entwicklung überreden :)

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