Township Philippi

Heute teile ich mit dir eine sehr bedrückende aber dennoch wertvolle Erfahrung, ich habe nämlich eine der ärmsten Gegenden hier in Kapstadt besucht: das Township Philippi. Quasi die dunkle Seite des wunderschönen Kapstadt das ich dir bisher zeigen konnte. Übrigens ist Philippi eines der ärmsten und größten Townships in Kapstadt und hat die höchste Aidsrate.
Meine Sprachschule EF engagiert sich hier sehr für soziales und für die Umwelt und hat uns Schülern daher angeboten einen Nachmittag in das Township zu fahren um dort mit den Kindern Fußball zu spielen.
Leider haben wir einen Tag mit sehr schlechtem Wetter erwischt, aber das war okay. Jeder Schüler hat etwas Geld für die Busse aber auch für Sachen für die Kinder gezahlt. So konnten wir den Kindern erstmal ein paar Ausmalbilder und Stifte geben und mit ihnen zusammen malen, außerdem gab es Seifenblasen, Farbe um Gesichter anzumalen, ein paar Süßigkeiten und frisches Obst. Danach haben wir uns dann doch auf das Fußballfeld gewagt wofür wir einmal durch das Township gelaufen sind. Ich habe mich dort - trotz teurer Kamera - unerwartet sicher gefühlt, vielleicht weil wir so viele waren oder weil die Kinder so nett waren.
Die Leute dort leben wirklich am Existenzminimum, in Hütten, die man nicht mal wirklich Hütten nennen kann, ohne Wasser und ohne Strom. Ich habe mich unwohl gefühlt dort Fotos zu machen, aber ich wollte es dennoch tun. Viele von den Kindern hatten nicht einmal wirklich warme Kleider an, sondern Shorts oder Sandalen. In ein paar Hütten konnte man durch die Tür hineinschauen, größten Teils waren sie leer oder nur sehr spehrlich mit Möbeln bestückt.
Ich weiß nicht was ich sonst noch sagen soll, es war ein unbeschreibliches Gefühl dort zu sein. Einerseits hatte man irgendwie ein schlechtes Gewissen, weil man dort weg kann, eine warme Dusche nehmen und dann alles wieder vergessen. Aber die Kinder bleiben dort und werden wahrscheinlich auch nie eine Chance auf ein besseres Leben haben, obwohl es dort auch eine Schule gibt.
Für den Rest werde ich wohl Bilder sprechen lassen.
Was hälst du von meinen Eindrücken?

I already showed you a lot of good sides of Cape Town, but now it's time for the dark side. Today I want to share a really oppressive but valuable experience with you: last week I went to one of the poorest areas in Cape Town to the township Philippi. It's the biggest and one of the poorest townships in Cape Town and has the highest aidsrate.
My language school Ef does a lot of volunteering and social things and they offered us students to spend one afternoon in the township playing football with the children. We sadly had really bad weather, but it was okay. Every student payed some money for the bus and also to bring the children some little presents. So we gave them coloring books, bodypaint, some bubbles, candy and some fresh fruits. After that we played some football in the rain, which was very cold but ok. To go to the footballfield we had to walk through the township. I felt safe there - despite I had my camera with me - maybe because the children were so nice or the because we were a lot of people.
The people there really have to live at the breadline, in huts without water or energy. I felt rude to take photos there, but however I took some. A lot of the children didn't even wear warm clothes, just shorts or sandels. You could look in some huts because the door was open, and there were barely furniture and the rest empty.
I really don't know how to describe the feeling I had over there. On one hand I had a really guilty conscience, because I could look forward to my hot shower and all this children have to stay there. And the most of them will never have a chance to escape it, although there is a school.
I will let the pictures speak for me now.
What do you think about my impressions?


Eva Katharina

Ich bin Eva, 20 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg, komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für alles rund um die Fotografie, bin seit einem Jahr aktive Umweltschützerin und Reise liebend gern.

Kommentare:

  1. Die Bilder sprechen für sich.
    Das sind die Sachen, von denen die Medien einen fern halten.
    Danke für diese Eindrücke!

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    1. Danke fuer den lieben Kommentar!
      Ja das sind wirklich keine Bilder die gern in den Medien gezeigt werden..

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  2. Eindrücklich. Ich kann den beschriebenen Widerstreit gut nachvollziehen. zum einen möchte man das nicht photographieren, zum anderen muss man es, um zu dokumentieren und den Blick drauf zu lenken. DIe Leere passt irgendwie nicht dazu, wie man sich ein Township vorstellt.

    Du bringst da photographisch viel Distanz rein, man merkt ein wenig, dass dir dabei unwohl war. Das ist aber nicht schlimm. Vielleicht sogar gut so. Zwar spiegeln Gesichter eine gesellschaftliche Stimmung gut wieder, und es wäre gut, den Menschen eine Stimme zu geben. Andersherum: Die Menschen der Slums und Townships werden nicht gesehen. Von niemandem. Das findet sich in deinen Bildern wieder.


    Liebe Grüße
    Jakob

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    1. Es war an dem Tag so leer, weil es durchgehend geregnet hat, also sind die Leute alle in ihre Haeuser gegangen.. Aber ja die Leere hat es irgendwie komisch gemacht, wie ausgestorben, dabei leben dort mehr Menschen als Platz fuer ist..

      Ich habe dort in der Tat auch Bilder von den Kindern gemacht, aber ich wollte diese nicht veroeffentlichen. Ich habe nicht das recht dazu ihre Gesichter ohne Erlaubnis auf dem Blog zu zeigen...

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  3. Schon bedrückend, dieser Township, aber schön, dass ihr den Kindern eure Zeit gewidmet habt, die haben sich sicher darüber gefreut !

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    1. Ja die Kinder waren super froh ueber die Malsachen und sowas.. etwas womit man reichere Kinder wirklich nicht gluecklich machen kann.

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  4. Es ist einfach nur beklemmend und gespentisch zugleich. Danke für Aufnahmen. Es ist wichtig, dass Menschen vor Ort so viele Bilder wie möglich machen um die Realität zu zeigen. Ich kann mich den Worten von Jakob Thoböll nur anschliessen. Mit den BIldern hast du es genau getroffen. Die ärmsten und schwächsten sind wie Geister. Sie sind da, aber niemand sieht sie.

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    1. Das hast du wirklich klasse ausgedrueckt, danke dafuer! Du hast recht, sie sind wie Geister.. und das sieht man auf den Bildern gut, wie eine Geisterstadt, niemand ist da..
      Das ist der Grund weshalb ich mich letzten Endes entschieden habe, dort zu fotografieren, die meisten Menschen schweigen solche Orte tot, als waeren sie gar nicht da.

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