Show your real face II

D "Schlampe", hallt es aus allen Richtungen, zahlreiche Münder formen das Wort. Sie hat nichts gemacht. Doch ihnen scheinen Geschichten mehr Spaß zu bringen, als der Ernst des Lebens. Es ist die Hölle, durch die sie täglich geht. Doch den Triumph zu zeigen, wie schlecht sie sich fühlt, gönnt sie ihnen nicht. Das Lächeln trägt sie wie eine Maske. Nur wenn sie allein ist, kann sie sein, wie sie wirklich ist. Und sie schaut sehnsüchtig in die Ferne und träumt von besseren Zeiten.
Mobbing ist ein zunehmend wichtiges Thema in unserer Gesellschaft. Doch wir verschließen zu oft die Augen davor. Tun so, als wäre der Stempel, den wir Leuten geben nur halb so wild. Das Wort "Schlampe" scheint in den alltäglichen Wortgebrauch vieler Leute  gewandert zu sein, meist vollkommen zu unrecht.

Erinnert ihr euch an das "Show your real face"- Bild von Franzi? Ich möchte daraus eine gesellschaftskritische Reihe in diesem Stil machen. Wörter fallen mir haufenweise ein und einige Models konnte ich auch schon überzeugen. Ein großes Dankeschön an Sammy, es ist ja schließlich nicht selbstverständlich, sich mit einem Schimpfwort auf dem Arm vor die Kamera zu setzen.

E "Slut", you hear it from every direction, a range of mouths shape the word. She did nothing. But they have a lot of fun telling stories, isn't life boring without them? It's the hell, she has to walk through every day. But she doesn't grant them the victory, seeing how bad she feels. She wears her smile like a mask. Only if she's alone, she can be herself. Wishful looking in the distance, dreaming of better times.
Bullying is an increasingly important topic in our society. But we close our eyes too often. We pretend it isn't that important, which stamp we give the people we see. The word "slut" seems to get to ordinary in some peoples word usage, most of the time wrongfully.

Do you remember my "show your real face"- picture of Franzi? I want to make a socio-critical photo series out of it. I have a lot of words in my mind and I also could convince some models. At this point a big thank you to Sammy, it's finally not self-evident to show yourself with an invective on your arm in front of a camera. 

Eva Katharina

Ich bin Eva, 20 Jahre alt und seit 2012 auf diesem Blog aktiv. Aktuell studiere ich in Hamburg, komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg. Ich interessiere mich für alles rund um die Fotografie, bin seit einem Jahr aktive Umweltschützerin und Reise liebend gern.

Kommentare:

  1. Wirklich schöner Post und ich mag das Bild sehr gerne - allerdings hätte ich mir ein paar mehr Aufnahmen gewünscht ;)

    Blaue Küsse
    Justine

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    1. Dankeschön :)
      Ich fand es als eine Aufnahme aussagekräftiger.

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  2. Ein sehr schönes Portrait. Bildaufbau und Bearbeitung gefällt mir sehr gut. Vielleicht noch ein paar Hautpartien aufhellen, aber Geschmacksache. Die Art, also das verwischen beim Aufgeschriebenen habt ihr auch klasse gemacht, doch finde ich, dass es nicht gesellschaftskritisch ist. Will nicht wissen wie viele sich sowas tätowiert haben, wo es nicht so gut aussieht wie hier ;) ? Gesellschaftskritisch? Da gehört meiner Meinung nach ein wenig mehr dazu als ein Wort, was leider bei manchen 10-20 jährigen aus der Berliner U-Bahn im normalen Sprachgebrauch nicht wegzudenken ist. Überlege doch einmal wie man so was noch provokanter rüberbringen kann.
    Ich hätte da haufenweise Ideen ;)

    Aber trotzdem, sehr schönes Bild und auch Schwarz Weiß ist hier die beste Wahl gewesen.
    Grüße

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    1. Du kennst Leute, die das Wort "Slut" tätowiert haben? Also ich nicht.. Die Gesellschaftskritik soll darin stecken, dass sie als eine solche abgestempelt wurde, daher das Wort auf dem Arm. Aber das ist natürlich auch Geschmackssache bzw. Interpretation.
      Danke für den ausführlichen Kommentar :)

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  3. Klasse Post, tolle Aufnahme!

    Liebe Grüße Andy

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  4. Tolles Bild , wichtiges Thema.
    In der Gesellschaft ignoriert haben mehr Menschen ein Problem mit Mobbing als man denkt.
    Ich kenne das Thema besser als die meisten denken.
    Leider ist die Dummheit der Menschen unendlich gross. Und wenn einer anfängt ziehen Menschen gerne mit,
    Dankbar für jedes Gesprächsthema und Möglichkeit sich auf Kosten anderer zu Profilieren.

    Toller Post Eva!

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    1. Danke Andre!
      Oh ja die meisten Menschen sind leider so dumm das Thema totzuschweigen oder sind sogar diejenigen die mobben.

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  5. Klasse.

    Um dem noch was hinzuzufügen fang ich mal an, Christian Widerworte zu geben. Ich finde es durchaus gesellschaftskritisch, zumal in dem Kontext der Bilderreihe, die daraus werden soll. Jemand, der mit einer Beleidigung auf der Haut isoliert ist, das ist für mich durchaus ein kritisches Bild.
    Allerdings muss ich ihm in soweit Recht geben, dass es fast schon zu stimmig ist. Wenn Der "Stempel" gar nicht zu der Situation und Umgebung passen würde, gäbe das einen deutlicheren Kontrast.
    Kompositorisch aber ist das Bild super.

    Liebe Grüße
    Jakob

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    1. Danke Jakob!

      Das wird eine Herausforderung, den Stempel nicht zur Situation passen zu lassen, dafür hätte ich schon "Slut" auf die Stirn einer Nonne schreiben müssen oder? :D Wäre zwar auch eine super Idee, aber wo krieg ich die Nonne her?
      Danke auch dir für den ausführlichen Kommentar, wie immer :)

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  6. Die Isolation der Person kommt gut zum Ausdruck.
    Und mehr Bilder würden vielleicht eher ablenken.
    So, bei einem Bild, bezieht man seine Gedanken auch immer nur auf dieses eine Bild, was die Einsamkeit der Person immer noch deutlicher werden lässt.

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    1. Danke Tamaro, das finde ich auch. Ein Bild fand ich am aussagekräftigsten, bei mehreren wird oft darüber gescrollt.

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  7. Eine interessante Idee für eine Reihe!

    Nach de Text hätte ich allerdings mehr erwartet. Mehr als nur ein verwischtes Wort auf einem Arm. Natürlich sieht man die von Tamaro genannte Isolation. Aber das war es dann auch schon irgendwie. Schwarz-weiß Bilder lassen auch immer etwas bedrückendes oder bedeutungsvolles erahnen, aber mir fehlt noch DIE bestimmte Aussage. Ohne Text, wäre das Bild einfach nur ein s/w Bild mit einem Wort auf dem Arm.

    Vllt wären mehrere Aufnahmen in anderen Situationen ergänzend und somit wichtig. Damit der Betrachter ohne Text weiß, worum es geht.

    Lieben Gruß ♥

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    1. Ich finde in diesem Fall "weniger ist mehr".
      Grade das es nur durch ein Wort angedeutet wird macht es nachdenklicher.
      Es geht ja nicht um eine möglichst drastische Darstellung.

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